Historischer Ausflug der A.A.F.Ö. ins Marchfeld

Kennzeichnend für die ehemaligen Legionäre und deren Freunde ist es, dass sie besonders pünktlich sind. Präsident Josef BICHLER bedankte sich dafür, und wie geplant konnte deshalb die Abfahrt von 41 Personen am Samstag, dem 30. Juli 2005 um 08.00 Uhr von der Felberstraße/West-bahnhof in Richtung Gänserndorf erfolgen.

Der Generaldelegierte des Souvenir Français M. Michel LAPIERRE überraschte bei der Fahrt mit seinen historischen Kenntnissen. Er machte auf die Landschaft aufmerksam und berichtete über die Schlacht bei Wagram am 5. und 6. Juli 1809, wo einander Napoleon, der 150 000 Mann mit 584 Kanonen befehligte, und Erzherzog Karl mit 98 000 Mann und 440 Geschützen gegenüberstanden. Vielleicht hätte die Schlacht bei Wagram einen anderen Ausgang genommen, wenn die Armee des Erzherzogs Johann nicht um 24 Stunden zu spät gekommen wäre. So aber trug Napoleon in dieser entscheidenden Schlacht den Sieg davon. Es ist wenig bekannt, dass Erzherzog Karl, der Sieger von Aspern, schwer verwundet vom Schlachtfeld getragen wurde und daraufhin längere Zeit bei Herzog Albrecht von Sachsen-Teschen verbrachte.

In Obersiebenbrunn erwartete die Ausflügler Altbürgermeister Josef SLAVIK und der Entdecker des Massengrabes Ing. Georg FROHNER. Präsident Josef BICHLER gedachte der Gefallenen von 1809 beider Nationen und bekundete mit einem Blumenstrauß, dass die Toten nicht in Vergessenheit geraten seien.

Der Generaldelegierte des Souvenir Français M. Michel LAPIERRE bedankte sich bei Altbürgermeister SLAVIK für die Gestaltung des französischen Soldatenfriedhofs von 1809. Nach besinnlichen Minuten ging die Fahrt weiter nach Marchegg.

Der Legionskamerad und Obman des ÖKB Otto PAIL erwartete uns schon in Marchegg. Die Stadt ist eine Gründung König Ottokars II. aus dem Jahre 1268 an der Mündung des Weidenbaches in die March. Ihre Bedeutung wurde jedoch nie so groß, dass das damals abgesteckte und ummauerte rechteckige Areal auch wirklich mit Häusern gefüllt worden wäre. Im zum Teil noch heute erhaltenen Mauerring sind noch Überreste des Wiener Tors und des Ungartors zu sehen. Aus Sicht des Kulturgüterschutzes haben besonders dass Schloss mit der Schlosskapelle, das Niederösterreichische Jagdmuseum und die Glocke aus dem Jahre 1409 in der Pfarrkirche nationale Bedeutung. – Bemerkenswert ist in Marchegg auch eine Weißstorchkolonie, wo auf Baumhorsten ab Ende März etwa 50 bis 60 Paare brüten. Am nördlichen Stadtrand befindet sich ein Aussichtsturm, von wo aus man das 1 130 Hektar große Naturschutzgebiet überblicken kann.

In Stillfried, im Museum für Ur- und Frühgeschichte, fand die Kulturreise der ehemaligen Legionäre und deren Freunde ihr Ende. Das Museum wurde 1910 von Dr. Matthäus MUCH gegründet. Es gibt einen Überblick vom Jungpaläolithikum bis ins späte Mittelalter und die Neuzeit.

Im Weingut der Familie BINDER, Hauptstraße 6, 2262 Stillfried, landete die Reisegesellschaft wieder in der Gegenwart. Frau HAGER hatte bereits veranlasst, dass Hunger und Durst der Ausflügler rasch gestillt wurden. Böse Zungen behaupteten, dass man nur dem Ehrenpräsidenten zuliebe beim Heurigen Bier ausschenkte.

Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Vereinsmitglieder und ihrer Freunde wurde bei diesem Ausflug aufs Neue bestätigt.

Ich wünsche dem Präsidenten, dem Vorstand der A.A.F.Ö. sowie deren Freunden weiterhin viel Erfolg und alles Gute und hoffe auf ein Wiedersehen bei der 10-Jahre-Feier unseres Vereins