Vorweihnachtsfeier 2004 sowie 11. Jour fixe

am Donnerstag, dem 16. Dezember 2004 im Restaurant „Eberhardt“, Sparkassaplatz 1, 1150 Wien.

Der Präsident

der „Ehemaligen Legionäre Frankreichs in Österreich“ (A.A.F.Ö.)Josef BICHLER begrüßte um 18.30 Uhr die Ehrengäste, die Vorstands- und Ehrenmitglieder sowie den Vereinsgründer.

Besonders begrüßt wurden

der Präsident der „Ancien Combattant“ und „Souvenir Française in Österreich“ Michel LAPIERRE, vom Französischen Konsulat Mme Chantal PHELIPPEAU, vom Militärkommando Wien Obst. Manfred UREGG, der Miltärpfarrer von Wien Dr. Harald TRIPP, der Präsident der Internationalen österreichischen Reservistengemeinschaft (I.Ö.R.G.) Obst. Mag. Hans HENGSTER, der geschäftsführende Präsident des I.Ö.R.G.VzLt. Peter TRIXNER und FOI StWm. Gerhard FUNK sowie VzLt. Erich SCHRENK. Weiters der Vizepräsident des ÖKB Landesverband Wien und Obmann der Kameradschaft Wien–Süd Inzersdorf Anton v. KOBLENZ, die Obfrau der Kameradschaft Heldendenkmal Charlotte WERDEKER, der Obmann der Kameradschaft Erzherzog Karl Wien Nord Karl STUMMVOLL, die Abordnung der Kameradschaft 1813, der Bundesordensreferent des ÖKB sowie Obmann-Stellvertreter des I.R. I Peter FRITZ und insbesonders unser Legionskamerad Franz KOPEINIG, der zu unserer Feier aus Stuttgart angereist war sowie die Kameraden aus den Bundesländern.

Entschuldigt hat sich

Gen. Josef POLLHAMMER, der anlässlich der Vorweihnachtsfeier alles Gute sowie allen Gästen frohe Weihnachten und ein friedvolles neues Jahr 2005 wünschte.

Grüße wurden übermittelt

von unserem Ehrenmitglied Karl VIGL aus Mils in Tirol, von Kamerad Wilhelm BRANDL aus Linz sowie von allen nicht anwesenden Kameraden aus den Bundesländern.

Festansprache des Ehrenpräsidenten RegRat Theodor PERHAB

Sehr geehrte Ehrengäste, liebe Kameraden und Freunde! Die Legionäre gedenken heute der besinnlichsten Zeit des Jahres in der abendländischen Kultur. Sie umfasst Vorweihnachtszeit, Wintersonnenwende, Heiligen Abend, Jahreswechsel, wobei auch die „Heiligen Tage“ nicht vergessen werden dürfen. In diese Zeit fällt auch der Advent – das lateinische Wort „Advent“ bedeutet „Ankunft“ – für den gläubigen Menschen die Vorbereitungszeit auf die Geburt Jesu und somit auf die Ankunft des Erlösers.

Historisch ist die Geburt Jesu im „Buch der Bücher“ – also der Bibel – im Matthäusevangelium

niedergeschrieben. Unsere heutigen Weihnachtsbräuche gehen zum Teil auf so genanntes heidnisches Brauchtum zurück. Mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember beginnen die „zwölf hochheiligen Nächte“. In dieser Zeit sollen sich die Götter auf die Erde begeben, um die Menschen zu prüfen, ob sie gebe- und gastfreundlich sind.

Im christlichen Glauben beginnen mit dem Thomasfest am 21. Dezember die Raunächte. Es folgen der Heilige Abend am 24. Dezember, die Silvesternacht am 31. Dezember und jene Nächte, in denen angeblich Hexen durch Schornsteine huschen und Tiere sprechen können.

Von den unzähligen Weihnachtsgeschichten möchte ich Ihnen nun den vor etwa 800 Jahren entstandenen „Weihnachtssang“ auszugsweise zu Gehör bringen. Er stammt vom niederösterreichischen Kreuzritter Konrad von Fußesbrunnen. Konrad hatte ebenso wie der klassisch-epische Dichter Hartmann von Aue am Kreuzzug 1197 teilgenommen. Zu Beginn des „Weihnachtssang“ steht die Schilderung der biblischen Landschaft, erst mit Vers 693 beginnt die eigentliche historische Handlung – Josef und Maria ziehen zu der vom römischen Kaiser Augustus veranlassten Zinsleistung.

Beispielhaft seien einige Zeilen herausgegriffen:

Sie fuhren nicht mit Schalle wie die Reichen alle, sie fuhren mit Geduldigkeit. Die Frau auf einem Esel reit’, Sankt Josef geht und treibt ein Rind, dass es für beide und für’ s Kind als Zins und Gabe hätt’ gedacht

wenn es dort würd’ zur Welt gebracht.

Wenig später wird berichtet, dass Josef zwei Frauen aus Bethlehem zu sich gerufen habe. Darauf soll in der Höhle himmlisches Licht erstrahlt sein: Gottes Sohn ist in Gestalt eines Kindes erschienen:

... und in derselben Stunde begannen sie zu hören von himmlischen Chören

ein fröhlich, selig Singen.

Und von den Hirten, die zur Krippe eilten, wird berichtet:

Sie suchen gute Weide, da zeigte sich auf der Weide, ein wenig eh es tagte, ein Engel hehr und sagte,

dass Christ geboren wäre.

Nach weiteren Zeilen enden die Verse über die Hirten:

Da sah’ n sie, wie er läge in Wiegenkindes Banden, Sein’ Gottheit sie erkannten

an Engelsang und Engellob.

Es folgt nun eine Schilderung über den Stern von Bethlehem, den Heiligen drei Königen und erst im Vers 1325 wird über die Flucht nach Ägypten berichtet. – Soweit auszugsweise die histo-risch-biblische Übersicht.

Der Heilige Abend ist für uns der Höhepunkt der Weihnachtszeit. Da erstrahlt der Christbaum, da leuchten Kinderaugen und Geschenke werden verteilt. In ganz Europa verkündet der Klang der Kirchenglocken in dieser „Stillen Nacht“ die Geburt des Erlösers. Von allen Kanzeln und vor allen Altären ist der Ruf der Engel zu hören: „Seht, ich verkünde Euch große Freude, die allen Völkern wiederfahren wird, denn Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus.“ In diesem Sinne wünsche ich im Namen des Vereins der Ehemaligen Legionäre Frankreichs in Österreichs (A.A.F.Ö.) Ihnen und all’ Ihren lieben Verwandten ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2005.“

Mit dem Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ endet e die Ansprache des Ehrenpräsidenten.

Ansprache des Miltärpfarres von Wien Dr. Harald TRIPP

Die Miltärgeistlichkeit pflichtete dem Vorredner bei. Besonders hob Dr. TRIPP hervor, die überlieferten Traditionen beizubehalten, das Christentum aber einzuschließen. Gesellschaftliche Werte wie die Nächstenliebe müßten gepflegt werden, um auch die Stille wahrnehmen zu können. Europa wird mit der Erweiterung der EU größer, der Friede sollte sich aber nicht nur auf die Völker, sondern auch auf Arbeitsstätte, Berufsausbildung, Familie etc. bezie- hen. Letzlich ist Weihnachten ein Fest für die Seele.

Die Totenehrung

erfolgte durch den Präsidenten BICHLER mit einer Schweigeminute im Gedenken an alle unseren gefallenen und verstorben Kameraden und Freunde .

Ordensverleihung

Der Vizepräsident des ÖKB Anton v. KOBLENZ und der Präsidednt der A.A.F.Ö. Josef BICHLER haben folgenden Personen die „Silberne Medaille des ÖKB“ verliehen:

Vizepräsiedent der A.A.F.Ö. Franz REISCHL Kassier der A.A.F.Ö. Johann HAGER Fahnenträger der A.A.F.Ö. Anton WEINHENGST

Ferner hat der Generaldelegierte des Souvenir Française in Österreich, M. Michel LAPIERRE dem Vizepräsidenten des A.A.F.Ö. Franz REISCHL den französischen Orden der „Souvenir Française in Silber“ verliehen.

Adventgedichte

wurden vorgetragen von Frau WARUSCHKA und Rudolf ASCHENBRENNER.

Zum Vin d’Honneur

wurde die Legionshymne „Tiens, voilà au boudin ...“ von den ehemaligen Legionären gesungen.

Zum Abschluss der Festlichkeit

bedankte sich Präsident BICHLER bei den 51 Festgästen für ihr Kommen, den Frauen, die mit köstlichen Mehlspeisen das Fest bereicherten und bei allen, die zum Gelingen dieser Vorweihnachtsfeier beigetragen haben. Mit den Wünschen für fröhliche Weihnachten, einem guten neuen Jahr und einem weiteren gemütlichen Beisammensein im Kreise der Legionskameraden war der offizielle Teil der Vorweihnachtsfeier 2004 beendet.

Der Schriftführer Josef BICHLER m.p. Walter PAMPERL m.p. Präsident